vom 04.11.2012

Sehnsucht hinter Mauern

Eine gemeinsame Veranstaltung der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, der Landeszentrale für politische Bildung und dem Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg

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Die dreifache historische Bedeutung des 9. November ist besonders geeignet, um an beide Diktaturen in Deutschland zu erinnern. Mit der Proklamation der Republik 1918 endete das „lange 19. Jahrhundert“ (Hobsbawm) und das Jahrhundert der Diktaturen begann. Wie lässt sich der abstrakte Begriff Freiheit im Alltag sichtbar machen?
Was bedeutet Diktatur im Alltag? Was wird aus unserer Sehnsucht hinter Mauern? Wie nutzen wir unsere Diktaturerfahrungen?

Lesung und Diskussion 

Zeit: 8. November 2012 von 19:00 - 21:00 Uhr
Ort: Ludwigslust, Rathaus (Innenhof)

ReferentInnen:

Stefan Krawczyk (1955) - Der Liedermacher und Schriftsteller gehörte zu den bekanntesten Köpfen der DDR-Opposition. 1988 wird er in den Westen abgeschoben. Im letzten Jahr hat er Gedichte von Roger Loewig vertont. Einige davon wird er singen. Vor wenigen Wochen hat er seinen neuesten Roman „Mensch Nazi“ veröffentlicht. Daraus wird er lesen.

Uwe P. Richter (1956) will in der DDR Schauspielregie studieren. 1981 eröffnet die Stasi eine OPK gegen ihn. Das Studium wird ihm verweigert. Im Sommer 1989 hält er es, wie viele tausend andere, im Osten nicht mehr aus und flieht über Ungarn in den Westen. Nur Wochen später fällt die Mauer. Seine Diktatur erfahrungen hat er in einem Buch verarbeitet.

Dr. Daniel Trepsdorf (1976) ist Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Westmecklenburg. In den zurückliegenden Jahren unternahm er mehrfach Forschungs- und Arbeitsreisen ins subsaharische Afrika. Dort beschäftigte er sich mit den Strukturen fragiler Staatlichkeit, soziopolitischen Implikationen gesellschaftlicher Erinnerungskultur, der Bürger- und Menschenrechtslage sowie mit Demokratisierungsprozessen. In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden organisierte er als Kultur- und Bildungskoordinator im Büro der Oberbürgermeisterin die Gedenkveranstaltungen zum Doppeljubiläum "20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit in Europa".
 

ausgestellte Zeichnungen und Illustrationen: Roger Loewig (1930 - 1997) - Der Maler, Grafiker und Dichter gerät früh in Konflikt mit der SED-Diktatur. Er kommt ins Gefängnis und wird Jahre später freigekauft. Als erster deutscher Künstler stellt er in Ausschwitz aus.

 

 

Einladung_081112_4.pdf (959 KB)

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