vom 11.06.2013

„Polenbezogene Ressentiments“ - Workshop im Rahmen der Nowa Amerika Uniwersytät

Am Samstag, den 25. Mai fand im Collegium Polonicum in Słubice ein Workshop zu „Polenbezogene Ressentiments und Polenfeindschaft: Ein Störfaktor für eine gemeinsame Zukunft in Nowa Amerika?“ statt. Was ist Polenfeindlichkeit? Was sind polenfeindliche Ressentiments? Wie stellen sie sich dar? Sind polenbezogene Ressentiments und Polenfeindschaft ein Störfaktor für ein gemeinsames Zusammenleben in Nowa Amerika? Was kann ich dagegen machen?

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Diesen Fragen ging der Workshop nach, der von Niels Gatzke vom Regionalzentrum für demokratische Kultur Vorpommern-Greifswald der RAA Mecklenburg-Vorpommern geleitet wurde. Als Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen waren neben interessierten Bürger/innen, Dozierenden der Europa-Universität Viadrina und Doktoranden, eine Lehrerin sowie ein Pfarrer.

Nach einer kurzen Einführung in der die Vielfalt der eigenen biographischen Migrationsgeschichte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer thematisiert wurde, beschäftigte sich die Gruppe mit Polenfeindlichkeit und polenbezogener Fremdenfeindlichkeit in der deutsch-polnischen Grenzregion. Dabei standen auch Perspektiven von Deutschen auf ihre östlichen Nachbarn und ihre alltäglichen Polenbilder im Vordergrund. Auch wie diese Ressentiments und Vorurteile über den Nachbarn durch Rechtsextreme gezielt angesprochen werden, wurde beleuchtet. Anschließend entfaltete sich eine Diskussion über Handlungsmöglichkeiten gegen polenfeindliche Ressentiments in der Grenzregion, wobei die Diskussion immer wieder darauf zurück kam, dass es vor allem grenzüberschreitende interkulturelle Erfahrungen sind, die etwas bewirken können, gerade bei jüngeren Menschen. Vorgeschlagen wurde auch ein stärkeres Zugehen auf Bürger/innen und das „Ernstnehmen“ von Problemen, wie Ängste vor Kriminalität im Grenzgebiet. Am Nachmittag wurden Entstehung und Wirkungsweisen deutscher Polenbilder thematisiert und die Frage diskutiert, warum sich mehr Polen für Deutschland interessieren als umgekehrt? Dabei zeigte sich wiederholt, dass das Desinteresse Deutscher an Polen sowie das vermeintliche „deutsche Überlegenheitsgefühl“ gegenüber dem östlichen Nachbarn gravierende Ursachen dafür sind.

Insgesamt war es ein spannender und leider zu kurzer Workshop, in dem viele Aspekte noch weiter diskutiert hätten werden können.
 



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