vom 27.06.2013

Die deutsch-polnischen Beziehungen werden besser, aber immer weniger Deutsche akzeptieren Polen

Nach einer Studie des Instituts für öffentliche Angelegenheit in Warschau und der Bertelsmann Stiftung sehen die Deutschen die deutsch-polnischen Beziehungen deutlich positiver, als vor einigen Jahren. Waren es 2008 noch 48 Prozent die die deutsch-polnischen Beziehungen als „gut“ oder „sehr gut“ einschätzen, sind es heute schon 70 Prozent. Gleichzeitig belegt die Studie, dass die Akzeptanz von Polen in Deutschland in den letzten Jahren abnimmt.

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Die aktuelle Studie, die die Akzeptanz von Polen in Deutschland bereits in den Jahren 2000, 2006, 2008 und 2013 untersuchte, zeigt, dass seit 2008 ein Trendwechsel stattgefunden hat. So akzeptierten im Jahre 2000 54 Prozent der Deutschen Polen als Freunde, 2006 waren es 73 Prozent, 2008 immerhin noch 64 Prozent. Heute akzeptieren wiederum nur 57 Prozent der Deutschen die Polen in der Rolle des Freundes. Auch als Nachbarn, entscheidend für ein friedliches Zusammenleben in der deutsch-polnischen Grenzregion, gingen die Zahlen von 70 (2000) über 82 (2008) zu 77 Prozent wieder zurück. Ähnlich verhält es sich in der Akzeptanz von Polen als Arbeitskollege, Einwohner, Staatsbürger, Freund, Chef oder Schwiegersohn bzw. -tochter.

„Die Zahlen belegen deutlich, dass es eine Diskrepanz zwischen der Entwicklung der politischen deutsch-polnischen Beziehungen und des Zusammenlebens der Menschen gibt“, betont Niels Gatzke vom Regionalzentrum für demokratische Kultur Vorpommern-Greifswald der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern e. V. „Die Umkehr scheint vor fünf, sechs Jahren eingesetzt zu haben, in den Jahren davor stieg die Akzeptanz der Polen in Deutschland deutlich. Die Ergebnisse belegen deutlich die von der RAA bereits festgestellten Probleme in der Grenzregion“, stellt Gatzke fest.

Christian Utpatel, Geschäftsführer der RAA betont: „Gerade jetzt ist es notwendig, zu handeln und sich engagiert für ein deutsch-polnischen Zusammenleben einzusetzen. Dabei kommt dem zivilgesellschaftlichen Engagement eine Schlüsselrolle zu. Wir müssen die Entwicklung einer grenzüberschreitenden Zivilgesellschaft forcieren.“

Pressemitteilung_27.06.2013_RZ_VG.pdf (79 KB)

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