vom 02.08.2014

New York — Abschluss des internationalen Fachkräfteaustausches zur Demokratieförderung, Menschenrechtsarbeit und politischen Extremismusprävention

Besuche beim FBI („Joint Terrorism Task Force“, JTTF), John Jay College of Criminal Justice, bei der Initiative „DoSomething.org”, im 6/11 Memorial Museum sowie bei der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen (UN)

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Hintergrund: Der Leiter des RAA-Regionalzentrums Westmecklenburg, Dr. Daniel Trepsdorf, besucht auf Einladung des US-Außenministeriums die Vereinigten Staaten. Gemeinsam mit internationalen ExpertInnen der Demokratieentwicklung, Menschenrechtsarbeit und politischen Extremismusprävention tauscht er sich zu innovativen Programmen und Projekten aus.
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New York. — Der Name steht als Symbol für sich. New York der Sehnsuchtsort. Das Ausgangsmodell für die Großstätte dieser Welt. New York als der tatsächliche Schmelztiegel der Kulturen: über einhundert Sprachen werden hier gesprochen, mehr als 8 Mio. Menschen leben zu beiden Ufern der Flüsse Hudson und Harlem. Die Manhattan-Metropole: nicht weniger als 500 Galerien, über 200 Museen, mehr als 150 Theater und die weltbekannten Skyscraper zwischen Central Park und Lower East Side, die am Ende des 19. Jhr. in der Architekturgeschichte die dritte Dimension mittels einer Revolution aus Stein, Stahl und Glas völlig neu entdeckten. New York als politischer Ereignishorizont: durch den Hauptsitz der Vereinten Nationen ist es auch eine Art Welthauptstadt; unvergessen: die Tragödie von 9/11, ein Datum, wo jeder Mensch noch weiß, was er an diesem Tag gemacht hat oder wo er sich befand, als er/sie erfuhr, dass Flugzeuge in die Zwillingstürme des WTC rasten.

Für die internationalen Fachkräfte, die auf Einladung des US-State-Departments durch die USA reisen, geht eine intensive Zeit voller spannender Einblicke, Eindrücke und des praxisorientierten Austauschs zu Ende. Wir sind einmal von der Ostküste zur Westküste, vom vitalen Süden zu den US-Staaten an der kanadischen Grenze und wieder zurück an die Ostküste gereist. Wir haben engagierte und für neue Ideen offene Menschen getroffen, auch kritische Themen besprochen sowie interessante Erkenntnisse für unsere berufliche (wie persönliche) Lebenspraxis gewonnen.

Beim FBI diskutierten wir mit Joanne M. Payne-Preyor und ihren Kollegen die Einsatzfelder der „Joint Terrorism Task Force“ (JTTF) und die Optionen der partnerschaftlichen Einbindung der Zivilgesellschaft bei der Prävention und Begegnung von Hassverbrechen. Die AktivistInnen der NGO „DoSomething.org”, Bryce Mathias und Micah Nelson, besprachen mit uns Ansätze zur Motivierung von Jugendlichen, gesellschaftspolitisch aktiv zu werden und welche entscheidende Rolle die Nutzung von sozialen Web-Medien dabei spielt. Schlussendlich tauschten wir bei den KollegInnen des „John Jay Colleges of Criminal Justice, NY“, Dr. Baz Dreisinger und Bianca von Heydoorn, wissenschaftliche Erkenntnisse darüber aus, wie man Rechtsstaatlichkeit und pluralistische Methoden im Alltag der Menschen stärken und wie man diese bspw. zielführend bei der Reintegration von Straffälliggewordenen nutzen kann.

Was sonst? — Das Museum of Modern Art (MoMA, Avenue of the Americas/53rd Street) ist neben dem Metropolitan Museum of Art (Ecke 5th Avenue/E 84th Street – Central Park East) fraglos eine spannende Institution. Das Gesamtensemble aus Architektur, Werken der (Post-)Moderne und didaktischem Konzept kann schon als eigenständiges Kunstwerk gelten. Ich war von der Polke-Retrospektive begeistert. Vier Jahre nach dessen Tod widmete ihm das MoMA eine herausragende Sonderausstellung, die alle künstlerischen Phasen des Meisters des „kapitalistischen Realismus“ präsentierte und freilich auch die feinen Pop-Art-Ironien Sigmar Polkes nicht aussparte. Überhaupt sind alle namhaften deutschen KollegInnen des Kölners hier in New York gut vertreten: Katharina Fritsch, Georg Baselitz, Werke von Rosemarie Trockel, Anselm Kiefer, Joseph Beuys und Gerhard Richter finden ihren Platz in der Gesamtkomposition internationaler MeisterInnen. Ein wenig Zeit für Betrachtung und Kontemplation sollte man sich selbstverständlich nehmen. Dafür erlebt man einen intensiven Farb- und Empfindungsrausch zwischen Henri de Toulouse-Lautrec und der mexikanischen Moderne (Diego Rivera, Rufino Tamayo, Frida Kahlo, Agustín Lazo), die maßgebliche Impulse für die globale Kunstentwicklung beisteuerte.
 



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