vom 10.05.2015

6. Vernetzungs- und Regionalkonferenz zu den Themen Rechtsextremismus, plurale Handlungsstrategien und demokratisches BürgerInnenengagement in Lübeck

Viele MultiplikatorInnen der Demokratiestärkung in S-H und M-V tauschen sich aus

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Lübeck, 9. Mai 2015. Etwa siebzig aktive DemokratInnen und partnerschaftlich Engagierte kamen am Samstag zur 6. Auflage der Vernetzungs- und Regionalkonferenz Rechtsextremismus in der Hansestadt zusammen. BündnisvertreterInnen und Interessierte aus Mecklenburg, den Landkreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg, aus Ostholstein sowie VertreterInnen diverser Kommunen im grenznahen Umfeld der Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern stimmten sich zu den vielfältigen good-practice-Beispielen in puncto Demokratieentwicklung ab.


Neben den Themen „Umgang mit Alltagsrassismus“, „Begegnung von Rechtspopulismus“ und einer an den Menschenrechten orientierten Flüchtlings- und Migrationsarbeit im Norden der Republik, galt es insbesondere, die zivilgesellschaftlichen Handlungskompetenzen der Engagierten in beiden Bundesländern zu stärken.


Im Weiteren ging es um die Diskussion konkreter Maßnahmen in Anbetracht einer Abkehr von der im öffentlichen Bewusstsein noch weit verbreiteten Defizitorientierung im Kontext „verantwortungsdelegierender Gestaltung demokratischer Praxis“ (Bsp.: „Ich habe folgendes Problem in meinem/r Land/Stadt. Wer löst es für mich?!“). Die TagungsteilnehmerInnen wandten sich eher der Frage nach einem pluralen Empowerment, einer gemeinschaftlichen Lebensorientierung, zu. – Hier steht das selbstermächtigte und -bestimmte, konkrete soziale Handeln innerhalb eines demokratischen Gemeinwesens im Zentrum. Diese Agency, also die Erfahrung von individueller Handlungsmächtigkeit, welche einzelne BürgerInnen dazu befähigt, herausfordernde Lebensentwicklungen und Konflikte im verbindlichen Austausch mit anderen zu lösen, ist eine gute Basis, um rechtsextremen Vereinnahmungsversuchen, der Abwertung anderer, Minderheitenstigmatisierung und Rassismus souverän zu begegnen. Die KonferenzteilnehmerInnen fragten sich also vielmehr: „Wir müssen in unserem sozialen Nahraum folgenden Herausforderungen mit Blick auf Rechtspopulismus, Fremdenhass und soziale Ausgrenzung verantwortungsbewusst begegnen. Damit diese gesellschaftliche Querschnittsaufgabe gelingt, ist jede/r mündige BürgerIn verantwortlich und muss sich einbringen. Welche Beziehungs- und Netzwerkressourcen müssen wir hierzu aktivieren? Wer kann uns bei der Lösung dieser Aufgabe unterstützen und in welcher Form wollen wir in guter Alltagspraxis unsere Talente, Fähigkeiten und Stärken bündeln, damit unsere entwickelten Lösungen nachhaltig und belastbar sind?!“


Der Austausch unter den TeilnehmerInnen brachte viel Freude und Erkenntnisse zutage. Dieser Tag machte Lust auf mehr, und dies ist absehbar: Im Rahmen der avisierten „7. Regionalkonferenz Rechtsextremismus“ im demokratischen Norden der Republik!

 



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