vom 17.02.2016

Diversity-Erziehung als gute demokratische Praxis

Ein Impuls aus der Praxis der Demokratiepädagogik im RAA-Regionalzentrum Westmecklenburg

Diversity ist im außerschulischen Bildungsbereich in aller Munde. Doch was genau ist Diversity im Bildungsbereich und was hat dies mit einer demokratischen Praxis zu tun? Diese Fragen möchten wir im Folgenden kurz anreißen.

Unter dem Begriff Diversity werden im Bildungsbereich meist Themen wie Menschenrechte, Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit, aber auch Schlagworte wie Gleichheit, Verschiedenheit, Gleichwertigkeit und Differenz, verhandelt. Seit den 1990ern werden dabei auch Forderungen formuliert wie z.B. „Vielfalt anstatt Homogenität“! Eine Forderung, die auch darauf aufmerksam machen möchte, dass die deutsche Gesellschaft nie eine homogene Gesellschaft war und auch in Zukunft nicht sein wird. Ein Ziel ist es, sowohl auf personeller als auch institutioneller und struktureller Ebene, ein Nachdenken über die Beschaffenheit von Diskriminierungen anzustoßen und Wege zu finden, wie diese abgebaut werden können.

Praktisch bedeutet dies, dass das Feld Schule als Gesamtes fortgebildet werden muss damit diskriminierende Strukturen abgebaut werden können und nicht nur Lehrer_innen die alleinige Verantwortung für diversitätsbewussten Unterricht und Umgang zugesprochen wird.

Bei einer Auseinandersetzung mit Diversity ist es wichtig, interdependente Zusammenspiele von verschiedenen Diskriminierungen und Privilegierungen sichtbar zu machen, zu thematisieren und zu analysieren. Dabei sollen vor allem gesellschaftliche Hierarchien thematisiert und hinterfragt werden. Grundlegend ist dabei sich intensiv mit den zumeist unsichtbaren, normierten Macht- und Privilegierungsverhältnissen auseinanderzusetzen. Diese Auseinandersetzung mit Dominanzverhältnissen ist wichtig, da sie sowohl die schmerzhaften Erfahrungen von Diskriminierten in den Blick nimmt und dafür sensibilisiert, als auch die Position von strukturell Privilegierten sichtbar macht.

Werfen wir vor diesem Hintergrund ein Blick in das Grundgesetz, so wird deutlich, warum Diversity eng mit einer demokratischen Praxis verbunden ist. Die Würde des Menschen, Gleichheit vor dem Gesetz, Religionsfreiheit und Gleichberechtigung sind Themen, die sowohl im Grundgesetz eine zentrale Rolle spielen, aber auch bei der Thematisierung von Diversity im Bildungsbereich grundlegend sind. Darüber hinaus sind Partizipation, Mitbestimmungsrecht und somit auch gelebte demokratische Prozesse auf allen Ebenen von zentraler Bedeutung. [CS]

Bei Rückfragen zum Thema Diversity und Interkulturalität wenden Sie sich bitte gern an die Fachkräfte Ihrer RAA-Regionalzentren für demokratische Kultur.



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