vom 08.02.2017

Turnschuh. Scheitel. Aluhut.

Rechtsextremismus in Deutschland anno 2017 - 20./21. März 2017, Rostock, Hotel Radisson Blu

Ist der „klassische“ Rechtsextremismus in Deutschland am Ende?
Mit Blick auf andere Länder im Westen und Norden Europas, wo
rechtspopulistische Parteien und Bewegungen schon länger Fuß
gefasst und dabei das dortige rechtsextreme Milieu in weiten Teilen
in die Bedeutungslosigkeit getrieben haben, eine naheliegende
Mutmaßung. Oder etwa nicht?

Die Fachtagung nimmt eine Bestandsaufnahme des Rechtsextremismus
in Deutschland im Jahre 2017 vor. Das Spektrum
reicht immer noch von kleinen Kameradschaften über Vereine, Bürgerinitiativen
bis hin zu Parteien; es umfasst Zeitschriften,
Verlage und diverses Kleingewerbe. Damit vereint es unterschiedlichste
Protagonisten: junge, aktionsorientierte und in ihrer
subkulturellen Identität verhaftete Neonazis, völkische „Blut und
Boden“-Verfechter, wortgewaltige Agitatoren und auf parlamentarischen
Bühnen agierende Funktionäre, unbeirrbare Gefolgsleute,
geschichtsklitternde Publizisten und Verschwörungsideologen, die
sich mal im Inneren der Erde wähnen und mal glauben, das Deutsche
Reich bestehe fort. Gewalt ist steter Ausdruck ihrer Weltanschauungen,
doch lassen sie sich darauf nicht beschränken.

Der Aufbau der Tagung sieht Vorträge und inputorientierte Arbeitsgruppen
zum Auftakt vor, die am zweiten Tag um praxisorientierte
Arbeitsgruppen ergänzt werden, in denen spezifische Aspekte der
Rechtsextremismusprävention in den Mittelpunkt gerückt werden.

z.B. A01) Endspiel für die NPD?

Die letzten Jahre waren ein Desaster für die NPD: Sie
verlor ihre Mandate in den Landtagen in Dresden und
Schwerin, in diversen Kreistagen und Gemeinderäten.
Der Bedeutungsschwund schwächte die Partei und
ihre Jugendorganisation ebenso wie das Verbotsverfahren
vor dem Bundesverfassungsgericht. Ist die
NPD am Ende oder schrumpft sie sich „gesund“?
Andrea Röpke, Journalistin, Bremen
Michael Nattke, Kulturbüro Sachsen, Dresden
Moderation: Dr. Daniel Trepsdorf, RAA, Ludwigslust

A02) Der III. Weg und Die Rechte

Die jungen Parteien Der III. Weg und Die Rechte
sind regional unterschiedlich stark verankert –
es scheint fast, als hätten sie das Bundesgebiet
unter sich aufgeteilt. Sie inszenieren sich als die
„wahre“ Vertretungsinstanz im „nationalen Spektrum“
und sind zum Auffangbecken für Neonazis
geworden. Doch was steckt hinter der politischen
Agenda dieser Parteien? Worin unterscheiden sie
sich und wie grenzen sie sich von der NPD ab?
Robert Andreasch, Journalist, München
Carolin Hesidenz, Mobile Beratung gegen
Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln

A03) Brennpunkt Flüchtlingsheim

Vielerorts flammten in den vergangenen zwei Jahren
Proteste gegen die Aufnahme von Flüchtlingen
auf – getragen einzig von „besorgten“ Anwohnerinnen
und Anwohnern? Anhand von Beispielen wird
analysiert, welche Einfluss rechtsextreme Akteure
nahmen und wie es mitunter gelang, Proteste zu
radikalisieren.
Anna Spangenberg, Aktionsbündnis Brandenburg,
Potsdam
Sebastian Reißig, Aktion Zivilcourage e. V., Pirna

A04) …nicht tot. Neonazistische Musik und
jugendkulturelle Lebenswelten

RechtsRock ist ein Dauerthema. Aktuell existieren
bundesweit über 160 entsprechende Bands,
erscheinen jährlich annähernd 100 neue Tonträger
und werden Dutzende Konzerte organisiert – oft
ordnungsgemäß angemeldet als Open-Air, in Festzelten
oder großen Hallen. Auch international ist die
Szene hervorragend vernetzt. Derweil spielt das
Thema in der politischen Bildung aber kaum noch
eine Rolle. Einen Überblick geben:
Jan Raabe, Argumente und Kultur gegen Rechts
e. V., Bielefeld
Dr. Gabi Elverich, Fritz-Karsen Gemeinschaftsschule,
Berlin

u.v.a.m.

Finden Sie das komplette Programm hier:

www.bpb.de/veranstaltungen/format/kongress-tagung/231051/turnschuh-scheitel-aluhut



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