Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

(GG Art. 3, Abs. 3)

„Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein.“ (Bundeszentrale für politische Bildung 1999, S. 58)

 

Entstehung
Im Sinne einer offenen Auseinandersetzung mit Diskriminierung aller Art wurde 1988 von Schülerin-nen und Schülern sowie Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern in Belgien die Idee für eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ entwickelt.

Anliegen
Das Projekt „Schule OHNE Rassismus – Schule MIT Courage“ (SOR – SMC) will Schülerinnen und Schüler, die sich gegen jede Form von Diskriminierung einsetzen, unterstützen. Dabei werden keine festen Themenkataloge vorgegeben. Die Schulen entscheiden schulstandortspezifisch, welche The-men sie besonders interessieren, und in welcher Form sie sich damit auseinandersetzen.
Um den Titel „Schule OHNE Rassismus – Schule MIT Courage“ zu bekommen, braucht es eine gemeinsame Erklärung aller Schulmitglieder, die der Menschenrechtsarbeit an der Schule einen besonderen Platz einzuräumt. Es reicht nicht, diese Thematik ausschließlich in Projekttagen oder auf Schulfesten zu behandeln. Ziel von „Schule OHNE Rassismus – Schule MIT Courage“ ist, Menschenrechte und Nichtdiskriminierung zu einem festen Bestandteil der täglichen Arbeit im Sozialraum Schule zu machen.

Praxis
Jede SOR-SMC-Schule und jede Klasse entwickelt zu dem von ihr gewünschten Thema und Zeitpunkt Ideen zu konkreten Aktivitäten.
„Die eine führt einen Projekttag zum Thema Diskriminierung von Flüchtlingen durch, eine andere beschäftigt sich aus gegebenem Anlass mit sexistischen Bemerkungen gegenüber Mädchen. Mal wird ein Zeitzeuge eingeladen, um sich mit der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus oder dem Antisemitismus zu befassen. Es kann auch naheliegender sein, sich in der Klasse damit zu beschäftigen, wie verletzend scheinbar harmlose Hänseleien von Mitschülerinnen sind, die als zu dick, zu dunkelhäutig, zu arm oder einfach nur als zu auffallend gewertet werden. Sicherlich werden täglich in vielen tausen-den von Klassen in Deutschland so oder ähnlich gestaltete Ansätze praktiziert.“ (Kleff/Seidel 2004)
Das Projekt stieß auf große Resonanz, so dass sich inzwischen hunderttausende Schülerinnen und Schüler in Belgien, den Niederlanden, Spanien, Österreich und Deutschland an dem Projekt beteili-gen. Bundesweit wurden bislang mehr als 600 Schulen und in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt sieben Schulen mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

Förderung
Die Bundeskoordination von „Schule OHNE Rassismus – Schule MIT Courage“ wird gefördert von XENOS (Leben und Arbeiten in Vielfalt); Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung; Bundesmi-nisterium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; bpb (Bundeszentrale für politische Bildung); Eu-ropäische Union – Europäischer Sozialfonds; Presse- und Informationsamt der Bundesregierung; GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft); mabb (medien_berlin_brandenburg). Träger ist AKTIONCOURAGE e.V. (füreinander Welten öffnen – frei von Rassismus).


Ihre AnsprechpartnerInnen:

Katrin Schulz
Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg
Alexandrinenplatz 7
19288 Ludwigslust
Tel.: 03874 5702214
Mail:westmecklenburg@raa-mv.de


Zurück